Kerzen selber giessen

Vorbereitung:
Die sicherste Methode zum Schmelzen von Paraffin ist das Wasserbad (Topf in Topf).
Den Docht stramm durch 2 Finger ziehen und von unten (hier die Kerzenspitze) in die Form einfädeln.
In den Docht unten einen Doppelknoten (Dochtende 2x durch die Schlaufe) machen und mit leichtem Zug an die Öffnung ziehen. Diese Methode verhindert weitestgehend ein Auslaufen der Form. Zu einigen Gießformen wird eine spezielle Knetmasse zum zusätzlichen Abdichten mitgeliefert.
Den Docht an den Fixierstab knoten, so, dass er leicht angespannt ist. Bei Verwendung einer Fixiernadel kann der Docht auch durchstochen werden.
Es ist ratsam auf einem Tablett zu arbeiten, falls doch mal was ausläuft.
Gießform auf ebene Fläche stellen.
Formen gegen Umfallen sichern. ( Z.B. zwischen Holzklötzen etc. einklemmen)

Gießen:
Sobald das Paraffin vollständig geschmolzen ist kann es gegossen werden.
Je heißer das Wachs - je glatter die Kerzenoberfläche, doch vorsicht, nicht alle Formen vertragen Temperaturen über 80°C.
Das flüssige Paraffin bis zum Rand in die Form gießen. Es empfielt sich Topf oder eine Kelle mit Ausgießer.
Möglichst zügig gießen, d.h. keine großen Pausen zwischen den einzelnen Gießvorgängen.
Beim Erkalten bildet sich oben ein Krater ( Einzug ), es ist daher notwendig mindestens einmal heiß nachzugießen.
Das Nachgießen muss vor dem völligen Erkalten geschehen, da sich sonst die zwei Paraffin-Schichten nicht mehr verbinden. Ein kleiner Einzug ist nicht schlimm , da diese Stelle ja nachher die Unterseite der Kerze darstellt.

Entformen:
Nach dem Erkalten den Knoten im Docht lösen oder aufschneiden.
Die Gießform vorsichtig von allen Seiten leicht drücken damit sich die Kerze lösen kann.
Die Kerze mit Hilfe des Dochtes aus der Form ziehen.
Je nach Aussentemperatur kann das etwas schwierig sein. Wenn man die Form vorher etwa eine halbe Stunde in die Gefriertruhe legt, geht die Kerze sehr viel leichter aus der Form.


Nachbereitung:
- Den überstehenden Docht an der Unterseite abschneiden.
- Sollte die Unterseite nicht ganz plan sein, die Kerze also nicht gerade stehen können, kann die Unterseite über grobes Schmiergelpapier glatt gezogen werden oder der Kerzenfuß erwärmen (Wasserbad) und dann auf eine ebenen Fläche stellen und leichten Druck ausüben.
- Möchten Sie Ihre gegossene Kerze lieber mit einer seidenmatten Oberfläche, dann mit einem Föhn die Kerze leicht erwärmen. Vorsicht, das Wachs fangt schnell an "zu laufen". Wer mag kann diesen Effekt auch nutzen um seine Kerze mit einer interessanten Struktur zu versehen.
- Selten wird beim Kerzengießen nicht gekleckert. Werfen Sie die Reste nicht weg, diese können beim nächsten Guß wieder eingeschmolzen werden. Selbst wenn Sie dann mit einer anderen Farbe gießen wollen kann es unter Umständen reizvoll sein eine neue Farbe zu schmelzen unter Zugabe von besagten Resten.
- So der Guß sauber war, d.h. keine Wachsreste an der innenseite der Gießform sind, können Sie die Form so wieder verwenden. Eine Reinigung der Form ist ausschließlich mit heißem Wasser vorzunehmen.
- Achten Sie darauf, dass keine größere Mengen von Wasser/Wachs-Gemisch in den Abfluss gerät. Das Wachs kann schnell erhärten und den Abfluss verstopfen.