Tipps & Tricks Kerzen

Kinder nie unbeaufsichtigt Kerzen giessen lassen, wegen evtl. Verbrennungsgefahr!

Auf dieser Seite werden folgende Themen behandelt:

 

Kerzen selber giessen

Vorbereitung:
Am sichersten zum Schmelzen von Paraffin ist das Wasserbad (Topf in Topf).
Den Docht stramm durch 2 Finger ziehen und von unten (hier die Kerzenspitze) in die Form einfädeln.
In den Docht unten einen Doppelknoten (Dochtende 2x durch die Schlaufe) machen und mit leichtem Zug an die Öffnung ziehen. Diese Methode verhindert weitestgehend ein Auslaufen der Form. Zu einigen Gießformen wird eine spezielle Knetmasse zum zusätzlichen Abdichten mitgeliefert.
Den Docht an den Fixierstab knoten, so, dass er leicht angespannt ist. Bei Verwendung einer Fixiernadel kann der Docht auch durchstochen werden.
Es ist ratsam auf einem Tablett zu arbeiten, falls doch mal was ausläuft.
Gießform auf ebene Fläche stellen.
Formen gegen Umfallen sichern. ( Z.B. zwischen Holzklötzen etc. einklemmen)

Gießen:
Sobald das Paraffin vollständig geschmolzen ist kann es gegossen werden.
Je heißer das Wachs - je glatter die Kerzenoberfläche, doch vorsicht, nicht alle Formen vertragen Temperaturen über 80°C.
Das Flüssige Paraffin bis zum Rand in die Form gießen. Es empfielt sich Topf oder eine Kelle mit Ausgießer.
Möglichst zügig gießen, d.h. keine großen Pausen zwischen den einzelnen Gießvorgängen.
Beim Erkalten bildet sich oben ein Krater ( Einzug ), es ist daher notwendig mindestens einmal heiß nachzugießen.
Das Nachgießen muss vor dem völligen Erkalten geschehen, da sich sonst die zwei Paraffin-Schichten nicht mehr verbinden. Ein kleiner Einzug ist nicht schlimm , da diese Stelle ja nachher die Unterseite der Kerze darstellt.

Entformen:
Nach dem Erkalten den Knoten im Docht lösen oder aufschneiden.
Die Gießform vorsichtig von allen Seiten leicht drücken damit sich die Kerze lösen kann.
Die Kerze mit Hilfe des Dochtes aus der Form ziehen.
Je nach Aussentemperatur kann das etwas schwierig sein. Wenn man die Form vorher etwa eine halbe Stunde in die Gefriertruhe legt, geht die Kerze sehr viel leichter aus der Form.


Nachbereitung:
- Den überstehenden Docht an der Unterseite abschneiden.
- Sollte die Unterseite nicht ganz plan sein, die Kerze also nicht gerade stehen können, kann die Unterseite über grobes Schmiergelpapier glatt gezogen werden oder der Kerzenfuß erwärmen (Wasserbad) und dann auf eine ebenen Fläche stellen und leichten Druck ausüben.
- Möchten Sie Ihre gegossene Kerze lieber mit einer seidenmatten Oberfläche, dann mit einem Föhn die Kerze leicht erwärmen. Vorsicht, das Wachs fangt schnell an "zu laufen". Wer mag kann diesen Effekt auch nutzen um seine Kerze mit einer interessanten Struktur zu versehen.
- Selten wird beim Kerzengießen nicht gekleckert. Werfen Sie die Reste nicht weg, diese können beim nächsten Guß wieder eingeschmolzen werden. Selbst wenn Sie dann mit einer anderen Farbe gießen wollen kann es unter Umständen reizvoll sein eine neue Farbe zu schmelzen unter Zugabe von besagten Resten.
- So der Guß sauber war, d.h. keine Wachsreste an der innenseite der Gießform sind, können Sie die Form so wieder verwenden. Eine Reinigung der Form ist ausschließlich mit heißem Wasser vorzunehmen.
- Achten Sie darauf, dass keine größere Mengen von Wasser/Wachs-Gemisch in den Abfluss gerät. Das Wachs kann schnell erhärten und den Abfluss verstopfen.



Kleine Dochtkunde

Grundsätzlich gibt es folgende Dochte:
- Flachdocht für Paraffinkerzen
- Runddochte für Bienenwachskerzen
- Runddochte für Petroleumlampen (haben wir momentan nicht im Sortiment)
- Teelichtdochte mit Fuß für Teelichter und Kerzensand
- Gartendocht für Gartenkerzen
- Schwimmkerzendocht

Docht besteht aus mehreren langfaserigen verflochtenen Baumwollsträngen und hat die Aufgabe, das Brennmaterial zur Flamme zu transportieren. Die Wahl des richtigen Dochtes ist abhängig von der Kerzenart, Kerzendurchmesser und der Herstellungsweise der Kerze.

Die Dochte werden gereinigt, gebleicht und vorgewachst. Diese Vorbereitung dient dazu, dass der Docht nach verlöschen der Flamme nicht ausglüht und die Kerze ein weiteres mal entzündet werden kann. Weiterhin wird die gleichmäßige Versorgung der Flamme mit Wachs gesichert, was zu einer ruhigen Flamme führt.

Die Art, wie der Docht geflochten ist, bestimmt die Kümmung des Dochtes, damit also die Größe und Form der Flamme. Die Dochtspitze soll sich zum äußeren Flammenrand biegen, damit die optimale Sauerstoffmenge zur Flamme gelangen kann und die Verbrennung vollständig ist. Wenn sich die Dochtspitze in der Flamme befindet ist die Verbrennung unvollständig, Rußbildung ist die Folge.

Ein zu schwacher Docht kann die entsprechende Menge Wachs nicht aufsaugen und zur Flamme transportieren, das Wachs tritt über den Kerzenrand und rinnt an der Kerze herunter. Der zu starke Docht saugt zuviel Wachs auf, der Spiegel flüssigen Wachses ist zu gering, die Flamme gibt Ruß ab.

Im Zweifelsfall lieber den Docht eine Nummer kleiner wählen.

Flachdocht kann für alle Wachsarten und Kerzen verwendet werden, nur nicht für Bienenwachs. Bei Flachdocht ist es egal in welche Richtung er eingelegt wird.

Runddocht kann für alle Wachsarten und Kerzen verwendet werden, auch für Bienenwachs. Ein Runddocht hat eine flache und eine runde Seite. An der flachen Seite bilden die geflochtenen Fäden eine V-Form. Die V-Spitze soll zur Kerzenunterseite zeigen. Andersherum verwendet entsteht bei der Verbrennung ein Aschekegel.

Dochtgröße:
ist eine Wissenschaft für sich. Es gibt unzählige Tabellen, aber keine verbindlichen. Nehmen Sie folgende "Faustformeln" und experimentieren Sie.
Flachdocht dünn (3x8) für Kerzen bis 4,5 - 5cm Durchmesser
Flachdocht mittel (3x12) für Kerzen bis 9cm Duchmesser
Flachdocht dick (3x16) für Kerzen über 9cm Durchmesser
Bei Runddocht sollte Die Größen-Nr. dem Kerzendurchmesser entsprechen
Beachten Sie, dass dunkleres Wachs einen größeren Docht erfordert, dass die Dochtwahl auch von Ihrem Geschmack abhängig ist (möchte man einen Laterneneffekt, d.h. der Kerzenrand soll stehenbleiben und von innen heraus leuchten, dann einen dünneren Docht wählen, möchte man keinen Kerzenrand bestehen lassen ist der Docht etwas größer zu wählen, allerdings neigt diese Kerze dann etwas eher zum Tropfen).


Dochtpflege

Der Docht einer Kerze sollte vor jedem Anzünden mit einer Schere gekürzt werden und wenn die Kerze sehr lange brennt, kann das Kürzen des Dochtes auch in der Brennzeit notwendig werden. So ist ein sauberes Abbrennen der Kerze gewährleistet.


Stearinkerzen giessen

Stearinkerzen können nicht wie Paraffinkerzen gegossen werden. Es wird Schrumpfwachs benötigt und zwar zu 2 - 5%. Bei Verwendung von 2% Schrumpfwachs ergibt sich eine faszinierende, "glasfaserartige" Struktur auf der Kerze, bei 5% wird die Kerze glatt. Der Docht ist bei Stearinkerzen regulär etwas größer zu wählen als bei Paraffinkerzen.


Für Spezialisten

Man kann besondere Farb-Effekte erzielen, indem man ungefärbtes Wachs in die Form gießt, einen kleinen Moment das Wachs ruhen lässt damit keine Bewegungen vom Gießen im Wachs sind. Dann werden kleine Farbkrümel eingestreut. Diese sinken langsam nach unten, lösen sich weitgehend auf und färben somit den entsprechenden Bereich (Beispiele in der Galerie).

Pipettentechnik

Etwas komplizierter, aber auch noch interessanter ist diese Technik.

Schmelzen Sie die Farbpigmente in einem kleinen Gefäss im Wasserbad (z.B.Glasteelicht, Schnapsglas) in sehr wenig Wachs.
Wärmen Sie die Pipette durch mehrmaliges Aufsaugen und Abgeben von Wachs vor. Ebenso lässt sie sich mit klarem Wachs reinigen. Sollte sich durch häufigen Gebrauch ein Wachspfropfen im Glaskörper bilden kann der Gummibalg abgezogen werden und der Glaskörper in heißem Wasser problemlos vom Wachs befreit werden.
Das Farbkonzentrat wird dann mit einer Pipette an die gewünschte Stelle im Wachs in der Form gegeben.
Seien Sie eher etwas zurückhaltend mit der zugabe des Farbkonzentrates, hier ist weniger oft mehr.
Bei einem Farbwechsel reinigen Sie die Pipette im Rest des geschmolzenem Rohwachses durch mehrmaliges Aufsaugen und Abgeben von Wachs.
Wenn Sie das Farbkonzentrat mit starkem Druck in das Wachs injizieren entstehen Verwirbelungen und die Farbe verteilt sich großräumig. Möchten Sie eher punktuell färben, dann nur sehr vorsichtig und langsam den Gummibalg der Pipette drücken.
Beachten Sie, dass Farben sich in Arealen mischen können, dabei entstehen interessante Farbveräufe, bzw. neue Farben. Wenn sich z.B. rot mit gelb mischt entsteht orange, somit ein Verlauf von gelb über orange zu rot. In diesem Beispiel ist dies geschehen und darüber hinaus ist in den Bereichen mit gelb und blau ein grün entstanden.
Die Farbkompositionen bleiben nicht in dieser klaren Form erhalten. Beim Abkühlen des Wachses verschwinden, verlaufen sie ineinander, es sind nur noch die Verläufe an den Außenflächen der Kerze zu sehen. Allerdings ist es dann spannend die Kerze beim Abbrennen zu beobachten, dann erscheinen so einige Farben erneut und das flüssige Wachs um die Flamme wechselt die Farbe.
Das Ergebnis: Das Rot hat geht wegen der Zugabe von Blau ins Violett über. Aus dem Gelb wurde ein Farbverlauf von Gelb zu Orange.
Bei diesem Beispiel wurde das Farbkonzentrat lediglich tropfenweise auf die Wachsoberfläche gegeben. Durch das Absinken der Farbe sind diese Farbverläufe entstanden.
Durch vorsichtiges, tropfenweises zugeben von Farbkonzentrat in Ecken an der Oberfläche wird ein anderer Effekt erzielt. Das Farbkonzentrat sinkt ab und färbt dabei die Kante der Kerze.

Mit der Pipette lässt sich der Einzugskraten sehr gut auffüllen, durch leichtes Streichen über die Ränder wird die Auffüllung schön glatt. Besonders gut geeigtnet ist die Pipette dann, wenn sich ein Hohlraum durch den Einzug bildet, dieser kann mit der Pipette leicht aufgefüllt werden.


Futur-Kerze

Wählen Sie zunächst eine Kopfform (hier Kugel) aus. Diese muss den gleichen Docht benötigen wie die Rumpfform (hier Zylinder). Als Rumpfform ist nur eine Form geeignet, die nach dem Gießen abgezogen werden kann, d.h. an ober- und Unterseite offen ist. Schneiden Sie den Docht so lang, dass er der Länge der beiden Formen + 6cm entspricht.
Gießen Sie die Kopfform wie gewohnt, allerdings füllen Sie nicht den Einzugskrater auf. Vielmehr erweitern Sie diesen durch gelegentliches abheben der oberen Wachshaut. Dies um später eine feste Verbindung zwischen den beiden Güssen (Formen) zu erreichen.
Ist die Kopfform erkaltet, wird die obere Formhälfte entfernt. Jetzt die Rumpfform aufsetzen und den Docht fixieren, anschließend gerade ausrichten.
Füllen Sie zunächst nur etwas Wachs ein. An dieser Stelle ist eine Pipette hilfreich. Lassen Sie das Wachs an der Übergangsstelle zwischen der Kopfkerze und der Rumpfkerze etwas fest werden. Nur wenn dieser Bereich dicht ist kann die Rumpfform, wie gewohnt gänzlich gefüllt werden.
Stellen Sie die Kerze nach dem Entformen auf, ggf. den Stand so korrigieren, dass die Kerze gerade steht. Nun ist die außergewöhnliche Kerze fertig, es sei denn, Sie möchten noch Verzierungen mit Knetwachs, Verzierwachs oder Kerzenpen anbringen.


Murmelkerze

Hier habe ich aus Knetwachs Kugeln in Murmelgröße geformt, die Gießform zu 2/3 mit Paraffin gefüllt und die Knetwachsmurmeln hinein gegeben.
Je heißer das Paraffin ist, um so stärker schmelzen die Kugeln und die Farben verlaufen ineinander.
Die Kugeln können auch aus "normalem" Paraffin geformt werden.
Verwendet man dann nicht so heißes Paraffin, so bleibt die Kugelform im Wachs erhalten.
Interessant ist der Farbwechsel beim Abbrennen.
Eine andere Technik ist: Farbige Wachsteile zu einem Drittel in die Form geben und ein Drittel der Form mit klarem Paraffin aufgießen. Gleich das zweite Drittel mit Wachsstücken füllen und aufgießen, dann mit dem letzten Drittel ebenso verfahren. Somit werden Lufteinschlüsse zwischen den Wachsstücken vermieden.

 

Vorbereitung:

Sie benötigen 2 Töpfe zum Wachsschmelzen, einen Topf und eine Dose (lange Würstchendose o.ä.), Aufhängevorrichtung (Besenstil und Kleiderbügel), Docht und Nägel.


Kerzen ziehen:

- Schneiden Sie den Docht etwa 15 cm länger als die Kerze hoch werden soll. Die Kerzenhöhe ist abhängig von der Höhe des Tauchgefäßes (bei mir die Würstchendose). Machen Sie an das obere Dochtende eine Schlaufe, knoten Sie an das untere Dochtende einen Nagel (Nagellänge kürzer als der Durchmesser des Tauchgefäßes). Der Nagel soll verhindern, dass die im Laufe des Ziehens warme Kerze vom Docht rutscht.
- Bauen Sie die Aufhängevorrichtung auf, z.B. einen Besenstil zwischen herausgezogenen Küchenschubladen. Daran hängen Sie die Kleiderbügel (mit Haken an den Enden). Legen Sie Zeitungspapier wegen evtl. tropfen aus.
- Schmelzen Sie das Wachs mit der Topf-in-Topf-Methode. Wollen Sie farbiges Wachs verwenden, dann an dieser Stelle die Farbe zugeben. Im 3. Topf Wasser erhitzen.
- Das flüssige Wachs in die Dose gießen und die Dose in das 2. Wasserbad stellen, auf kleinster Flamme warmhalten. Den Docht kurz in das Wachs tauchen und an der Schlaufe aufhängen bis das Wachs am Docht fest geworden ist. Dies mit den weiteren Dochten durchführen. Wenn alle Dochte einmal getaucht wurden beginnt man wieder beim 1. Docht, kurz eintauchen , abtropfen lassen und aufhängen. Im weiteren Verlauf wird die Wachsschicht um den Docht dicker.
- Halten Sie immer etwas Wachs flüssig zum Nachgießen in die Dose. Mit der Zeit nimmt das Wachs in der Dose ab, soviel nachgießen, dass eine Kerzen noch ganz eingetaucht werden können.
- Je dicker die Kerze wird, umso länger müssen Sie die Kerze zwischen den Tauchvorgängen abkühlen lassen.
- Wenn sich unterhalb der Kerze einiges Wachs angesammelt hat, sodass die Kerzen länger geworden ist und sich nocht mehr genügend tief tauchen lässt, schneiden Sie unterhalb des Nagels das Wachs ab und geben Sie es wieder in den Schmelztopf. Dieses muss häufiger wiederholt werden.
- Hat die Kerze den gewünschten Durchmesser erreicht, dann nochmals das überschüssige Wachs an der Unterseite abschneiden, jetzt aber oberhalb des Nagels, sodass der Nagel entfernt werden kann. Testen Sie ob die Kerze gerade steht, ggf. gerade richten, nun die Kerze ein letztes Mal tauchen und zum Auskühlen aufhängen.
-Wenn die Kerze kalt ist kann die Dochtschlaufe abgeschnitten werden - die kerze ist fertig.

Kerzen, die wie oben beschrieben gezogen werden, haben eine leichte Kegelform. Möchte man hingegen eine Kerze mit gleichmäßigem Duchmesser muss man folgendenmaßen vorgehen:
- Durchführung wie oben, allerdings benötigt man eine Platte mit einem Loch, welches dem Durchmesser der gewünschten Kerze entspricht.
- Sobald die Kerze den Durchmesser erreicht hat wird sie nach dem jeweiligen Tauchvorgang durch das Loch gezogen. Somit "wächst" die Kerze nur noch in den dünneren Bereichen.
- Hat die Kerze durchgehend den gewünschen Durchmesser, schneiden Sie nochmals das überschüssige Wachs, diesmals oberhalb des Nagels, ab und tauchen ein letztes Mal ohne die Kerze durch das Loch zu ziehen.

Interessante Effekte erzielt man, indem mehrere Dosen mit verschiedenen Farben benutzt werden. Hier dürfen die Kerzen nach einem Farbwechsel entsprechend weniger tief eingetaucht werden.


Marmorwachs

Marmorwachs ist eine besondere Paraffinart, die bei Erhärtung kristalisiert. Ein bizarres Marmormuster erscheint in der Wachsschicht. Wenn es sich um gefärbtes Marmorwachs handelt, sind verschiedene Farbnuancen sichtbar. Marmorwachs wird zur Dekoration von Gieß- und Tauchkerzen verwendet.
Die Kerze wird in Marmorwachs eingetaucht oder stellenweise damit übergossen. Die Stärke der Wirkung hängt auch von der Wachstemperatur ab.

Geben Sie das Marmorwachs in eine Kelle und erwärmen diese im Wasserbad.
Formen Sie mit Aluminiumfolie einen Teller und stellen die zu verzierende Kerze darauf. Übergießen Sie die Kerze mit dem flüssigen Marmorwachs, dabei kann die Kerze in verschiedene Richtungen / Achsen gehalten werden. Das überschüssige Marmorwachs sammelt sich im Alu-Teller und kann wieder verwendet werden.

Achtung: Wenn Marmorwachs mit Paraffin, Stearin oder Bienenwachs vermischt wird, verliert es seine spezifischen Eigenschaften! Marmorwachs nicht in Aluminium-Behälter geben, der hohe Säuregehalt greift diese Behälter an.



 
Latexform Gartenzwerg FLORI

Diese "zweckentfremdete" Form bedarf etwas Erfahrung im Kerzengießen.
Drehen Sie die Form auf links und reiben sie mit etwas Speiseöl ein. Achten Sie darauf, dass an allen Stellen ein dünner Ölfilm ist. Dies erleichtert später das Entformen erheblich. Drehen Sie die Form wieder auf rechts.
Finden Sie die zentrale Linie für den Docht. Stechen Sie mit einer Stopfnadel an der geeigneten Stelle in der Zipfelmütze ein Loch und ziehen den Docht durch.
In diesem Fall den Docht nicht knoten weil sonst später kein anzündbarer Docht vorhanden ist. Nehmen Sie vielmehr Knetmasse und fixieren den Docht. Spannen Sie den Docht nicht so stramm wie üblich, aber doch soviel, dass er zentral positioniert ist.
Stellen Sie die Latexform in eine entsprechend große andere Gießform, die Zipfelmütze darf den Boden nicht berühren. Alternativ können Sie ein Loch in eine starke Pappe scheiden, gerade so groß, dass das Podest nicht mehr durchpasst und hängen die Form in das Loch.
Bei Verwendung einer 2. Gießform als Halter empfiehlt es sich zuerst den Zipfel zu gießen und etwas fest werden zu lassen damit, falls die Form beim Wachseingießen etwas nach unten rutscht, der Zipfel nicht verbogen wird. Weitergehend gießen Sie wie gewohnt.
Beim Entformen die Latexform vorsichtig abrollen. Besondere Vorsicht beim Zipfel, dieser kann leicht abbrechen, ggf. Bruchstelle erwärmen und wieder ankleben.
Zur Reinigung die Form auf links drehen und mit heißem Wasser übergießen.
Wer möchte kann nun den Zwerg weiter verzieren.

Hinweis: Latexformen sind für Stearin nicht geeignet, auch nicht bei Verwendung von Schrumpfwachs. Mit Kompositionswachs (80% Paraffin / 20% Stearin) gibt es keine Probleme.


Laternentechnik

Die Herstellung von Wachslaternen und Laternenkerzen ist vielleicht etwas aufwendiger, dafür entsteht aber eine Kerze, die eine besonders anheimelnde Atmosphäre spendet.
Anleitung zum Giessen von Wachslaternen

Verwenden Sie helles Wachs, die Laterne soll besonders lichtdurchlässig sein.Die entsprechende Wachsmenge schmelzen (Topf in Topf) und auf 80 - 90°C erhitzen. Bei dieser Temperatur erhält man eine glatte Laternenoberfläche.
Das flüssige Wachs in die Laternenform giessen und solange warten, bis sich an der Oberfläche eine etwa 5mm starke Wachshaut gebildet hat (30 - 90 min, je nach Raumtemperatur).
Die Deckel-Wachsschicht rundherum im Abstand von 5mm vom Formrand mit einer Nadel oder Messer durchtrennen.
Den Wachsdeckel abheben und mit dem flüssigen Wachs in den Schmelztopf zurückgeben.
Mit einem Holzstück, Löffel oder Spatel die Wachsschicht an den Wänden auf 5mm reduzieren und den Boden entfernen.
Unebenheiten mit den Fingern glätten, oder
Unebenheiten mit den Fingern verstärken, dies ergibt nachher interessante Effekte da die Kerze an den dünneren Laternenstellen heller durchscheint.
Nach dem Erkalten die Laterne vorsichtig entformen.
Einen schützenden Überzug kann die Laterne durch kurzes Eintachen in reines Paraffin (90°C) erhalten.
Die Laterne ist nun fertig und kanndurch einsetzen eines Teelichtes oder einer kleinen Kerze ihre bezaubernde Wirkung entfalten.
Die Laterne lässt sich gut mit Verzierwachs, Kerzen-Pen u.a. verzieren.

Laternenkerzen:
Anleitung zum Giessen von Laternenkerzen
- Den Laternenrohling herstellen wie oben beschrieben
- Einen Flachdocht (dick 3x16) mit einem Doppelknoten versehen, von unten in das Loch in der Form einführen und auf der Oberseite mit eine Nadel oder einem Holzstab mittig fixieren.
- Nun mit 60 - 65°C (wichtig) heissem Wachs bis zur gewünschten Höhe aufgiessen.
- Die Laterne lässt sich nun mit Verzierwachs, Kerzen-Pen u.a. verzieren.
- Einen schützenden Überzug kann die Laterne durch kurzes Eintauchen in reines Paraffin bekommen oder durch Verwendung von Kerzenlack.


Gartenkerzen
Nehmen Sie ein feuerfestes Gefäß, hier eine Blechschüssel.
Schneiden Sie den Docht auf die benötigte Länge und legen ihn in flüssiges Wachs damit er sich vollsaugt und später gerade im Wachs steht.
Wie in diesem Beispiel können bei größeren Gefäßen mehrere Dochte zum Einsatz kommen, achten Sie dabei darauf, dass der Abstand zwischen den Dochten etwa dem max. Duchmesser entspricht, für den der Docht geeignet ist (z.B. Docht bis 90mm Gefäßdurchm. sollte etwa 9 cm Abstand voneinander haben).
Positionieren Sie den Docht mit Holzstäbchen oder Stricknadeln.
Giessen Sie soviel Wachs in das Gefäß, dass der Docht etwa 2cm darin steckt und lassen das Wachs fest werden. Dies sichert die Position des Dochtes im Wachs.
Füllen Sie nun das Gefäß mit Wachs.
Bedenken Sie, je größer das Gefäß - je länger die Abkühlzeit - je tiefer der Einzugskrater. Hier hat es 12 Stunden gedauert bis das Wachs kalt war.
Hier habe ich beim 2. Nachgiessen eine Wachshaut entstehen lassen und dann nochmals nachgegossen, so hat sich diese Kleeblattform gebildet.
Denken Sie daran die Gartenkerze nur im Freien zu verwenden, durch die Größe bedingt rußt der Docht stärker.


 
Paraffinstruktur
Die Herstellung dieser Kerze ist etwas aufwändiger, wird aber mit einer interessanten Struktur und einem besonderen Farbverlauf belohnt:
Versehen Sie die Form mit dem entsprechenden Docht.
Der folgende Schritt muss sehr schnell gehen.
Gießen Sie etwas rohweisses Paraffin in die Form und drehen diese fast waagerecht über dem Schmelztopf. Wenn einige Wachstropfen aus der Form fallen ist der Winkel richtig.
Wiederholen Sie diesen Schritt, jedoch ohne Eile.
Nun lassen Sie das Wachs in der Form erkalten (ggf. ins Gefrierfach legen).
Dieses wiederholen Sie so oft, bis sich eine Wachsstärke von etwa 5mm gebildet hat. Je größer der Kerzendurchmesser - je dicker die Wachsschicht.
Nun färben Sie das Wachs im Schmelztopf und verstärken die Wachsschicht in der Form mit dem farbigen Wachs einige Male.
Anschliessend füllen Sie die Form vollständig.

Achten Sie darauf, dass das Wachs nicht zu heiß ist, da dieses ansonsten die vorher aufgebrachten Wachsschichten wieder auflöst.

Durch Zugabe von WachsConditionierer wird der Effekt noch intensiver.



Maskenkerzen
Zuerst muss entschieden werden, ob ein Docht in der Mitte der Maske oder zwei Dochte auf Stirn und Nase sein sollen. Bei Verwendung von zwei Dochten ist dünner Docht (3x8), bei einem Docht der mittlere (3x12) zu nehmen.
Vorsichtig mit einer Nadel die Öffnung für den Docht an der entsprechenden Stelle in die Form stechen, den Docht einfädeln und fixieren.
Die Form durch unterlegen von z.B. Holzstücken stabilisieren.
Nun die Form mit Wachs füllen, das Wachs sollte nicht heißer als ca. 60°C sein.
Nach dem Entformen die Maskenkerze mit KerzenPen (Flüssigwachs) verzieren. Besondere Effekte werden durch ineinanderziehen der Farben mit einem Holzstäbchen (Zahnstocher) erzielt.

Schnitzkerze
Eine "normal" gegossene Kerze wird mehrfach in andersfarbiges Paraffin getaucht (siehe Kerzen ziehen). Die 2. Farbe sollte etwa 2 - 4 mm stark sein, hier kommt es darauf an, dass die innere Farbe nicht durchscheint.
Nun, solange die Kerze vom Tauchen noch warm ist, kann geschnitzt werden.
Zum Schnitzen eignen sich eine Menge Gerätschaften, die in jeder Küche zu finden sind. Neben normalem Besteck sind auch Werkzeuge wie z.B. ein Käsehobel (Ausführung mit Stahldraht) geeignet, einfach mal in die Schubladen schauen. In diesem Beispiel habe ich einen Apfelstecher benutzt.

Kerzengießform selber machen mit Plasty-Late 
Lange schon habe ich eine Möglichkeit gesucht, eine Kerzengiessform "Bierflasche" herzustellen. Zufällig bin ich auf Pasty-Late gestoßen, eine
1-Komponenten-Formbaumasse, Latexmilch.
Ich habe eine Flasche meines Lieblingsbieres gewässert, die Aufkleber abgezogen und die Flasche unter klarem Wasser gereinigt.
Das Auftragen der Latexmilch ist einfach, muss aber 10 - 15 mal wiederholt werden, je nachdem wie stark die Form werden soll.
Zwischen den Auftragevorgängen muss die Latexmilch trocknen, sobald sie transparent ist kann die nächste Schicht aufgetragen werden.
An der Flasche heruntergelaufene Latexmilch sammelt sich in dem Kunststoffdeckel. Dies erzeugt einen Überstand, der später sinnvoll ist.
Nach der letzten Schicht Latexmilch muss die Form mindestens 12 Stunden durchtrocknen. Dann kann die Form mit verdünntem Spülmittel besetzt werden, dabei wird das Latex undurchsichtig. Nun kann die Form von der Flasche gezogen werden.
Es wird zwar empfohlen die Innenseite mit Talkum auszupudern, damit die Seiten nicht miteinander verkleben, dieses habe ich aber nicht gemacht weil ich an meiner Bierflasche keine Puderreste haben wollte.
Mit einer Nadel habe ich den Docht eingeführt und mittig fixiert. Ein Karton bekommt oben ein Loch mit dem Außendurchmesser der Giessform. Der Wulst vom heruntergelaufenem Latex dient jetzt als Auflage der Form auf dem Karton.
Nun die Form mit Wachs füllen. Das Entformen nach dem Auskühlen ist problemlos.
Die fertige Kerze habe ich noch mit Verzierwachsfolie und KerzenPen verziert. Sicherlich wäre es auch möglich gewesen die Originalaufkleber der Biersorte zu verwenden. Davon habe ich aber abgesehen, weil mir die Gefahr, dass das Papier zu brennen beginnt, zu groß ist.
 
Für diese Flaschenform (0,33 l) habe ich etwa 130ml Plasty-Late gebraucht, allerdings ist die Form auch sehr stark geworden.

Eiskerze

Die Eiskerze
entstand durch sehr langsames Abkühlen, d.h. die Umgebungstemperatur war recht hoch, ca. 26°C (Hochsommer). Nach 24 Stunden habe ich die Kerze in der Form für weitere 24 Stunden ins Gefrierfach gelegt (ich hatte sie einfach dort vergessen!).
Die temperaturbedingten Spannungen innerhalb der Kerze verursachten die Risse, die Oberfläche ist unbeschädigt, also glatt.

Glänzende Kerze

Eine glänzende Kerze erhalten Sie durch leichtes Abreiben mit einem ollen Seidenstrumpf.
Manchmal ist die Kerzenoberfläche matt oder hat reifartige Anhaftungen, diese sind leicht zu entfernen indem Sie mit einen Seidenstrumpf die Kerzenoberfläche mit etwas Druck abreiben. In diesem Beispiel die rechte Kerzenhälfte.

 

IHR WARENKORB

INFORMATION

PayPal-Bezahlmethoden-Logo
 
    http://www.internetsiegel.net

LOGIN

BESTSELLER

Alle Preise inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten (siehe Versandinformation)

© 2012 die-kerze.de